1997 - … A Better View Of The Rising Moon

erschienen bei flamingyouth.de:

1997 war schon ein komisches Jahr: Während Bill Clinton Präsident wurde und South Park auf Comedy Central seine Premiere feierte, formierten sich im Musikbereich vor allem die - Achtung böses Wort - Emopopbands zu ihren ersten Höhenflügen: JIMMY EAT WORLD, MINERAL, PROMISE RING - sie alle schafften in diesem Jahr den Durchbruch und inspirierten viele tausend Teenager, ebenfalls solche Musik zu machen.

Von daher ist es schon ansatzweise naheliegend, dass sich eine Band schlicht und einfach nach diesem schicksalsträchtigen Jahr benennt. So weit, so schlecht. Was uns 1997 aber auf ihrem Debütalbun “… A Better View Of The Rising Moon” auftischen, ist dann aber überraschenderweise sehr erfrischend. Eben gerade, weil die Band sich nicht als der millionste Screamo-Aufguss präsentiert, sondern tatsächlich zehn Jahre zurückschaut und mehr oder weniger auf Popmusik setzt.

Prunkstück in der Musik von 1997 sind die Vokalharmonien von Sänger Kevin Thomas und Sängerin Kerri Popp. Mal im Duett, mal alleine, mal gleichzeitig gemeinsam trällern sie sich traumwandlerisch durch ihre 12 Songs, in denen die Melodien groß geschrieben werden. Das Ganze klingt dann in etwa so, als wenn die hochgelobten MATES OF STATE ihre Elektronik durch ein paar Punkgitarren ausgetauscht hätten.

So wirklich nach 1997 und den großen Vorbildern klingen die fünf Musiker aus Chicago nur in manchen Momenten, z.B. in ‘Dropping Dimes’ oder ‘Lovelikepoetry’. Ansonsten zeigt sich die Band aber äußerst vielseitig, wirkt sowohl balladesk (’Grace’), fröhlich-poppig (’Garden Of Evil’) als auch folkig (’Tennessee Song’) für ihr junges Alter schon sehr gefestigt. Ein schönes, buntes Debüt, das das Zeug hat, das Album schlechthin für die warmen Sommertage zu werden. Ob man es dann auch im Winter noch lieb hat, wird sich erst noch zeigen…

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