Nils Koppruch - Den Teufel tun
erschienen bei flamingyouth.de:
Ich gebe es zu: Ich habe FINK geliebt! Nach jedem ihrer Konzerte war ich beseelt und hörte wochenlang danach nur ihre CDs - bis sie aber irgendwann doch wieder verstaubten. FINK waren doch irgendwie immer eine Live-Band. Waren? Ja, Sänger NILS KOPPRUCH hat seine Combo im letzten Jahr aufgelöst, um sich mehr der Malerei widmen zu können. Und seinem ersten Solo-Album, das nun endlich vorliegt.
Da ist sie also wieder, diese rauchige, näselnde Stimme des NILS KOPPRUCH, die auch schon das größe Erkennungsmerkmal bei FINK war. Insofern ist “Den Teufel tun” auf den ersten Blick so ziemlich genau das, was man erwartet und erhofft hatte: FINK in (noch) ruhiger. Entstanden ist eine abwechslungsreiche Singer/Songwriter-Platte, die mehr im Folk-Sektor angesiedelt ist als in den angestammten Country-Gefilden.
Allein schon der Titelsong und Opener ‘Den Teufel tun’ dürfte jedem FINK-Fan die ein oder andere Träne entlocken. Insgesamt sind es aber wieder einmal die Kleinigkeiten, die - neben der charakteristischen Stimme KOPPRUCHs - den Unterschied zu einer 08/15-Platte ausmacht: die Geigen in ‘Komm küssen’ zum Beispiel oder die Mundharmonika in ‘Nicht die Bienen’. Im düsteren und auch ausnahmsweise rockigen ‘Heimweh’ wird zudem mit dem durch diverse Weltmeisterschaften wiedererstarkten Nationalismus abgerechnet.
Dies sind dann aber auch die Highlights eines Werks, das trotz Mithilfe von Musikern wie PETER LOHMEYER oder CLICKCLICKDECKER ein typisches Solo-Album geworden ist. Ein Album für die ruhigen Momente, das aber im Vergleich mit dem artverwandten “Das Tier in mir” von ED CSUPKAY leider nicht ganz mithalten kann.