Ola Podrida - Ola Podrida
erschienen bei flamingyouth.de:
Man beachte bitte das fehlende zweite ‘L’: Während “Olla Podrida” der Name eines spanischen Nationalgerichts ist, bezeichnet OLA PODRIDA die Band des Musikers DAVID WINGO. Nach längerem Hörgenuss des selbstbetitelten Debütalbums kann ich zweifelsohne sagen: Deutlich leckerer als der Eintopf !
Bislang war WINGO zuständig für die musikalische Untermalung von Filmen des Regisseurs David Gordon Green (aktuell “Snow Angels” und “The Great World of Sound”), doch hatte er sich bislang nicht getraut, auch abseits von bereits feststehenden Bildern seine Musik zu inszenieren. Es gäbe ja schon zu viele schlechte CDs in den Plattenläden, und dem wollte der gebürtige Texaner bloß keine weitere hinzufügen. Mittlerweile ist er 30 Jahre alt - also im besten Alter, auf Grand Hotel van Cleef zu veröffentlichen - und hat sich doch endlich aufgerafft. Zusammen mit seinen Mitstreitern ANDREW KENNY, ROBERT PATTON und MATTHEW FRANK sind ihm elf Songs gelungen, die ihre Zeit brauchen, bis sie ihre volle Wirkung entfalten.
Als großer musikalischer Bezugspunkt sei hier der Neo-Folk von IRON & WINE genannt: WINGOs warme Stimme und ruhig gezupfte Gitarre lassen die meiste Zeit an ein Ein-Mann-Projekt denken, Orgel und Schlagzeug vernimmt man beinahe nicht. Lediglich im bombastischen ‘Cindy’ lassen es OLA PODRIDA einmal krachen - sowieso der Song, der einen am schnellsten in den Bann zieht und sich daher am ehesten auf zukünftige Mixtapes pressen lässt. Doch auch die anderen Lieder wissen letztlich zu überzeugen: ‘Day At The Beach’ zum Beispiel oder der famose Banjo-Country-Schlusspunkt ‘Eastbound’.
Insgesamt ist “Ola Podrida” ein sehr schönes, ruhiges Folk-Album geworden, dem man aber Zeit lassen muss - denn es wächst mit jedem Hördurchgang weiter.